
Erholung stellt sich im Urlaub nicht automatisch ein. Diese typischen Denk- und Verhaltensfehler verhindern, dass wir wirklich abschalten.
Ich bin beruflich viel unterwegs, oft in Häusern, die wie kaum andere für Ruhe, Regeneration und Entschleunigung stehen. Wellnesshotels, Retreats und Rückzugsorte inmitten beeindruckender Natur. Und doch beobachte ich hin und wieder dasselbe Phänomen: Trotz perfekter Rahmenbedingungen bleibt das Gefühl tiefer Erholung manchmal aus.
Über die Jahre habe ich erkannt, dass fehlende Entspannung weniger an Ort oder Angebot liegt, sondern an typischen Verhaltensweisen und Fehlern, die wir selbst mit in den Urlaub bringen.
Gerade in Wellnesshotels mit großem Aktiv- und Entspannungsangebot ist die Versuchung enorm, alles mitnehmen zu wollen, denn man hat ja schließlich auch für all die Angebote bezahlt. Ich kenne das aus eigener Erfahrung nur zu gut: Sonnenaufgangswanderung, Yoga um 8 Uhr, danach eine Fitness-Einheit im riesigen Fitness-Center des Hotels, später noch eine Fahrrad-Tour und die vielen Pools und Saunen des Hotels müssen ja auch noch erkundet werden. Und am Abend dann noch schnell eine Pilates-Einheit.
Was gut gemeint ist, kippt schnell in Stress. Der Körper ist ständig in Bewegung, der Geist bleibt im Tun. Statt Regeneration entsteht eine neue Form von Leistungsdenken, nur eben im Bademantel. Daher ist mein Rat: nehmen Sie selektiv am Aktiv- und Wellnessprogramm des Hotels teil und versuchen Sie ihren Wellnesstag nicht zu voll zu packen. Vor allem bei kurzen Wellness-Auszeiten ist weniger oft mehr. Bewusste Pausen, Leerlauf und ruhige Kontemplation sind keine verlorene Urlaubszeit, sondern die Voraussetzung für nachhaltige Erholung.
Das Smartphone ist einer der größten Erholungskiller im Urlaub, vor allem dann, wenn man glaubt, es nur kurz zu nutzen. Noch schnell ein paar E-Mails beantworten, kurz durch Social Media scrollen, jeden schönen Moment dokumentieren. Doch genau diese ständige Versuchung hält uns mental im Zuhause-Modus. Der Kopf bleibt erreichbar, vergleichend und reaktiv. Auch das kann Stress erzeugen.
Wer wirklich abschalten möchte, sollte konsequent sein. Urlaub bedeutet bewusst weg von zu Hause zu sein, auch digital. Statt das Leben anderer auf Social Media zu verfolgen, lohnt es sich, das eigene Leben am gerade besuchten Ort wahrzunehmen. Statt Griff zum Handy der Griff zum Buch. Statt Story posten Gespräche führen oder mit den Kindern spielen. Ein bewusster Digital Detox kann überraschend befreiend wirken.
Viele Menschen gönnen sich im Urlaub zwar Ortswechsel, aber keine wirklichen Pausen. Selbst freie Zeit wird gefüllt, optimiert und strukturiert. Dabei entsteht Erholung oft genau in den Momenten dazwischen. Die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren formulierte es einmal sehr treffend:
„Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.“
Diese Form des Innehaltens ist heute selten geworden und gerade deshalb so wertvoll. Wer sich erlaubt, nichts zu tun, gibt Körper und Geist erst die Chance, in einen regenerativen Zustand zu wechseln.
Ich beobachte an mir selbst, wie schnell im Urlaub ein innerer Vergleichsmodus einsetzt. Sitze ich entspannt im Hotelgarten, denke ich, auf der Rooftop-Terrasse wäre es vielleicht noch schöner. Bin ich im Pool, fällt mir ein, dass ich das Dampfbad noch nicht besucht habe. Und die Klangschalen-Meditation müsste ich doch eigentlich auch noch mitmachen.
Und dieser Mechanismus endet nicht an der Spa-Tür. Auch außerhalb des Hotels passiert Ähnliches. Sitze ich in einem Café am Meer, frage ich mich, ob der Sonnenuntergang ein paar Straßen weiter spektakulärer wäre. Schlendere ich durch eine Altstadt, denke ich daran, dass ich das „Must-see“ laut Reiseführer noch nicht gesehen habe. Bin ich am Strand angekommen, überlege ich, ob der nächste Strandabschnitt vielleicht noch ursprünglicher ist.
Dieses permanente „Woanders wäre es besser“ verhindert Präsenz. Statt Ankommen entsteht ein inneres Weiterziehen. Ich habe gelernt, wie leicht man den Urlaub ähnlich effizient organisiert wie den Alltag. Spa-Termine, Ausflüge, Restaurantreservierungen, Tagesprogramme. Alles ist geplant, optimiert, vorbereitet.
Was dabei oft verloren geht, ist Leichtigkeit. Ein durchgetakteter Urlaub lässt kaum Raum für spontane Momente, die häufig die erholsamsten sind. Ein längerer Kaffee in der Sonne ohne Ziel. Ein ungeplanter Spaziergang, der nirgendwohin führen muss. Ein Nachmittag, der einfach vergeht. Urlaub darf Lücken haben. Und genau diese Freiräume sind oft der größte Luxus.
Ob als Paar, Familie oder Gruppe: Viele Urlaube scheitern daran, dass wir versuchen, es allen recht zu machen. Eigene Bedürfnisse werden zurückgestellt, Kompromisse eingegangen, um Harmonie zu wahren.
Doch wer sich selbst ständig übergeht, kommt nicht zur Ruhe. Erholung braucht Ehrlichkeit, auch sich selbst gegenüber. Manchmal bedeutet das, einen Programmpunkt auszulassen, allein spazieren zu gehen oder bewusst Nein zu sagen. Auch das gehört zu einem erholsamen Urlaub.
Sparen gehört für viele Menschen zum Alltag. Im Urlaub kann es jedoch kontraproduktiv sein. Wer ständig rechnet, vergleicht und verzichtet, bleibt mental im Mangelmodus.
Manchmal lohnt es sich, bewusst in Qualität zu investieren. Ein ruhigeres Zimmer, eine Behandlung, ein gutes Essen. Nicht aus Luxusdenken, sondern aus Selbstfürsorge. Erholung ist kein Nebenprodukt, sie ist der eigentliche Zweck des Urlaubs.
Vielleicht ist Erholung am Ende gar kein Zustand, den wir erreichen müssen. Vielleicht ist sie eine Erlaubnis, die wir uns selbst erteilen dürfen. Die Erlaubnis, langsamer zu werden. Weniger zu wollen. Nicht überall dabei sein zu müssen.
Urlaub ist keine To-do-Liste in schönem Ambiente fern von zu Hause. Er ist eine Einladung, wieder bei sich selbst anzukommen. Und manchmal beginnt echte Erholung genau in dem Moment, in dem wir einfach nur stundenlang auf’s Meer schauen und im hier und jetzt ankommen.
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