
Wer die begeisterten Berichte der Gäste im Rahmen der Wellness Heaven Awards „Mein schönstes Wellness-Erlebnis“ liest, spürt schnell, was den Jagdhof besonders macht. Mit auffallender Euphorie schwärmen Gäste von außergewöhnlicher Gastfreundschaft und einer Wellnesswelt, die weit über die Erwartungen hinausgeht, und kulinarischen Höhenflügen, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern. Hinter diesem Erfolg steht Gastgeber Josef Ritzinger mit seiner Familie. Er folgt seit Jahrzehnten einer einfachen, aber anspruchsvollen Idee: seinen Gästen in jedem Bereich ein Stück mehr zu bieten, als sie erwarten.
Im Gespräch erzählt er mit bestechender Ehrlichkeit, wie aus einem traditionellen Gasthof eines der führenden Wellness- und Sporthotels Deutschlands wurde, warum echte Erholung für ihn heute vor allem Geborgenheit bedeutet und weshalb Menschen in der heutigen Zeit so oft nach innerer Ruhe suchen. Er spricht über die Kraft aufrichtiger Begegnungen, über Kulinarik als Ausdruck von Wertschätzung und über den Anspruch, Qualität, Aufmerksamkeit und Großzügigkeit in allen Bereichen des Hauses immer weiterzuentwickeln.
Besonders überzeugend empfand ich seine Gedanken über ein erfülltes Leben. Sein Rat an junge Menschen ist ebenso schlicht wie tiefgründig: den eigenen Weg zu finden und einer Tätigkeit nachzugehen, für die man brennt, die einen erfüllt und die Freude bereitet. Entstanden ist ein sehr offenes Gespräch über Gastfreundschaft und die vielleicht wichtigste Sehnsucht unserer Zeit: einen Ort zu finden, an dem man sich sicher fühlt und an dem man bei sich selbst ankommen darf.
Der Jagdhof hat sich seit den 1970er-Jahren vom klassischen Gasthof zu einem renommierten 5-Sterne-Wellness- und Sporthotel entwickelt. Wenn Sie heute auf diese Entwicklung blicken: Was ist im Kern geblieben, und was musste sich grundlegend verändern, damit das Haus seine heutige Strahlkraft entfalten konnte? Gab es dabei einen entscheidenden Moment, in dem die Weichen für alles Weitere gestellt wurden? Und im Sinne des Zitats von Jean Jaurès „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“: Was ist Ihr persönliches Feuer, das Sie im Jagdhof weitertragen?
Wenn ich heute auf den Jagdhof blicke, dann sehe ich ein Haus, das sich enorm verändert hat. Aus einem klassischen Gasthof ist über Jahrzehnte ein 5-Sterne-Wellness- und Sporthotel geworden – mit einer Dimension, einer Qualität und einer Vielfalt, die man sich in den Anfangsjahren wohl kaum hätte vorstellen können. Aber im Kern ist etwas geblieben, das für mich immer das Wichtigste war: die ehrliche Gastfreundschaft. Dieses Gefühl, dass ein Gast nicht einfach ankommt, sondern wirklich willkommen ist. Dass man ihn sieht. Dass man spürt, was er braucht – und ihm mehr gibt, als er erwartet.
Verändern musste sich vieles. In früheren Jahren waren wir stark im Bustourismus tätig. Das war lange ein gutes Geschäft, aber irgendwann setzte ein deutlicher Preisverfall ein. Wir haben immer schon versucht, mehr Qualität, mehr Service und mehr Leistung zu bieten als andere. Nur: In diesem Segment wurde das am Ende nicht ausreichend honoriert. Es wurde zwar gerne und dankend angenommen, aber die Bereitschaft, diese Qualität auch zu bezahlen, war nicht da. Zu oft ging es nur noch um den direkten Preisvergleich mit anderen Angeboten.
Das war für uns ein entscheidender Punkt. Wir mussten uns fragen: Wollen wir weiter auf Quantität setzen – oder gehen wir konsequent den Weg der Qualität? Ab 2003 haben wir den Jagdhof dann Schritt für Schritt umstrukturiert. Weg vom Bustourismus, hin zu Individualgästen, die bewusst reisen, Erholung suchen und besondere Qualität auch wertschätzen. Das war keine Entscheidung gegen eine bestimmte Gästeschicht, sondern eine Entscheidung für die Zukunft des Hauses. Denn nur wenn Leistung, Service und Anspruch auch anerkannt und bezahlt werden, kann man ein Hotel auf diesem Niveau dauerhaft weiterentwickeln.
Die Ansprüche der Erholungsgäste sind seither stark gestiegen. Wellness bedeutet heute viel mehr als ein schönes Schwimmbad oder eine Sauna. Es geht um Raum, Ruhe, Individualität, Kulinarik, Sport, Gesundheit, persönliche Betreuung und ein Gefühl von Geborgenheit. Diesem Anspruch wollten und wollen wir gerecht werden – nicht mit großen Worten, sondern mit Substanz. Mit Investitionen, mit konsequenter Qualität und mit Mitarbeitern, die Gastfreundschaft nicht als Pflicht verstehen, sondern als Haltung.
Im Kern geblieben ist dabei immer die Seele des Hauses. Der Jagdhof durfte wachsen, moderner und exklusiver werden – aber er durfte nie beliebig werden. Wachstum allein hat keinen Wert, wenn es die Herzlichkeit verdrängt. Für mich war deshalb immer entscheidend, dass jede Veränderung zum Haus passt und den Aufenthalt unserer Gäste wirklich besonderer macht.
Das Zitat von Jean Jaurès trifft es sehr gut: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Mein persönliches Feuer ist die Bestätigung unserer Gäste. Wenn Menschen zu uns kommen, sich gut aufgehoben fühlen, unsere Arbeit zu schätzen wissen und sagen: Hier kann ich wirklich ankommen, hier fühle ich mich wohl, dann ist das für mich die größte Motivation. Genau dafür lohnt sich der ganze Einsatz.
Dieses Feuer weiterzutragen heißt für mich, immer wieder den Mut zu haben, Qualität vor Bequemlichkeit zu stellen. Mehr Service, mehr Aufmerksamkeit, mehr Echtheit – und gleichzeitig die Verantwortung, dass all das auch wertgeschätzt wird. Der Jagdhof war nie nur ein Gebäude. Er ist ein Versprechen: an unsere Gäste, an unsere Mitarbeiter und an die nächste Generation, die dieses Haus weiterführen wird.
Guy de Maupassant sagte einst: „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“ Welche Rolle spielen genau diese Begegnungen für Ihre Philosophie als Gastgeber? Im Jagdhof verbringen Menschen ihre kostbarste Zeit, verändert diese Tatsache die Verantwortung des Gastgebers für Sie grundlegend? Ist Gastgeberschaft für Sie eher eine Kunst der Perfektion oder eine Kunst der aufrichtigen Aufmerksamkeit?
Begegnungen sind für mich der eigentliche Kern der Gastgeberschaft. Ein Hotel kann noch so schön sein, die Zimmer können großzügig, die Wellnesswelt beeindruckend und die Küche hervorragend sein – am Ende bleibt dem Gast vor allem ein Gefühl. Und dieses Gefühl entsteht durch Menschen. Durch ein Lächeln im richtigen Moment. Durch Aufmerksamkeit, die nicht aufgesetzt ist. Durch Mitarbeiter, die nicht nur ihren Dienst tun, sondern spüren, was ein Gast braucht.
Im Jagdhof verbringen Menschen tatsächlich ihre kostbarste Zeit: ihre freie Zeit, ihre Erholungszeit, oft auch besondere Momente mit der Familie, mit dem Partner oder mit Freunden. Das ist ein großes Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. Und dieses Vertrauen verpflichtet. Ein Gast schenkt uns nicht nur ein paar Urlaubstage, sondern Zeit, die er nicht zurückbekommt. Daraus entsteht für mich eine besondere Verantwortung: Wir müssen sorgsam damit umgehen. Wir müssen einen Rahmen schaffen, in dem Menschen loslassen können, in dem sie sich aufgehoben fühlen und in dem sie spüren, dass alles mit Liebe und Anspruch gedacht ist.
Natürlich braucht ein Haus wie der Jagdhof Perfektion. Qualität muss stimmen. Abläufe müssen funktionieren. Service, Küche, Spa, Sauberkeit, Ausstattung – all das darf nicht dem Zufall überlassen werden. Aber Perfektion allein berührt den Menschen noch nicht. Sie ist die Grundlage, nicht das Ziel. Entscheidend wird es erst dort, wo zur Professionalität echte Aufmerksamkeit dazukommt.
Deshalb ist Gastgeberschaft für mich beides, aber mit einer klaren Gewichtung: Sie braucht die Kunst der Perfektion, lebt aber von der Kunst der aufrichtigen Aufmerksamkeit. Perfektion kann man organisieren, trainieren, kontrollieren. Aufrichtige Aufmerksamkeit muss man fühlen. Sie entsteht aus Interesse am Menschen. Aus dem Wunsch, dass sich ein Gast nicht nur gut bedient, sondern persönlich gemeint fühlt.
Genau diese Begegnungen machen den Jagdhof aus. Viele Gäste kommen nicht nur wegen der Größe des Hauses oder wegen des Angebots wieder, sondern weil sie hier Menschen treffen, die ihnen vertraut sind. Weil sie sich gesehen fühlen. Weil sie wissen: Hier ist jemand, der sich wirklich kümmert. Und wenn daraus über Jahre eine Verbindung entsteht, dann ist das für mich eines der schönsten Zeichen, dass wir als Gastgeber etwas richtig machen.
„Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“ (Mahatma Gandhi) Der Jagdhof ist ein eindrucksvolles Beispiel für genau diesen Gestaltungswillen. Den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen und immer wieder in neue Wellnesswelten, Sportkonzepte und Rückzugsorte zu investieren, erfordert nicht nur Leidenschaft, sondern auch Mut und Risikofreude. Was gibt Ihnen die innere Sicherheit, couragierte und investitionsstarke Entscheidungen zu treffen? Lässt sich Mut Ihrer Erfahrung nach erlernen oder ist er eine Frage der Persönlichkeit?
Mut entsteht für mich nicht aus Leichtsinn, sondern aus Überzeugung. Wenn man ein Haus wie den Jagdhof über Jahrzehnte entwickelt, braucht man ein Gespür für den Markt, für die Gäste und für die Zeit – aber vor allem die Fähigkeit einzuschätzen, welcher Weg wirklich zum eigenen Haus passt.
Die innere Sicherheit für couragierte und investitionsstarke Entscheidungen gibt uns die Erfahrung, dass Investitionen in Qualität von unseren Gästen angenommen und wertgeschätzt werden. Wenn wir neue Wellnesswelten schaffen, Sportangebote weiterentwickeln oder besondere Rückzugsorte entstehen lassen, dann tun wir das nicht, weil etwas gerade modern ist. Wir tun es, weil wir spüren, dass es den Aufenthalt unserer Gäste bereichert und dem Jagdhof Zukunft gibt.
Natürlich bleibt jede große Investition ein Schritt ins Ungewisse. Aber sie fällt leichter, wenn man eine klare Haltung hat: Wir wollen nicht austauschbar sein. Wir wollen mehr bieten als andere – mehr Qualität, mehr Service, mehr Aufmerksamkeit. Und wir wollen damit den gestiegenen Ansprüchen der Erholungsgäste gerecht werden, die heute weit mehr suchen als ein schönes Hotelzimmer. Sie suchen einen Ort, an dem sie wirklich ankommen, auftanken und sich gut aufgehoben fühlen können.
Ein wesentlicher Rückhalt ist dabei die Familie. Solche Entscheidungen trägt man nicht allein. Es braucht Menschen, die denselben Weg mitgehen, und Mitarbeiter, die das, was man plant, täglich mit Leben füllen. Denn eine Investition besteht nicht nur aus Räumen, Ausstattung oder Konzepten. Sie bekommt erst Wert, wenn sie durch Menschen erlebbar wird.
Ob Mut erlernbar ist? Ich glaube, Mut muss man grundsätzlich haben. Man muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, auch wenn nicht jedes Detail vorher sicher ist. Aber Mut allein reicht nicht. Es braucht Erfahrung, Einschätzung und ein gutes Gefühl dafür, was die Gäste wirklich suchen und was dem Haus guttut. Mit den Jahren wächst daraus Vertrauen – in den eigenen Weg, in die Familie, in das Team und in die Zukunft des Jagdhofs.
Für mich hängt die Zukunft tatsächlich davon ab, was wir heute tun. Ein Hotel entwickelt sich nicht von selbst. Es braucht Menschen, die vorausdenken, investieren, zuhören und bereit sind, sich immer wieder zu verbessern. Der Jagdhof ist das geworden, was er heute ist, weil wir nie stehen geblieben sind – und weil wir immer daran geglaubt haben, dass echte Qualität Bestand hat.
Als Wellnesshotelier bewegen Sie sich täglich als Generalist in unterschiedlichsten Aufgabenfeldern und tragen Verantwortung für viele Mitarbeiter. Wie gelingt es Ihnen, sich immer wieder neu zu motivieren, auch in Bereichen, die Ihnen vielleicht weniger Freude bereiten?
Als Hotelier ist man tatsächlich in sehr vielen Bereichen gefordert. Man ist Gastgeber, Unternehmer, Entscheider, Zuhörer, manchmal auch Problemlöser – und nicht jede Aufgabe macht jeden Tag gleich viel Freude. Aber sie gehört dazu. Wenn man Verantwortung für ein Haus wie den Jagdhof trägt, kann man sich nicht nur die schönen Seiten aussuchen.
Für mich war immer wichtig: Man muss die Dinge anpacken. Nicht lange hadern, sondern machen. Auch Aufgaben, die vielleicht weniger angenehm sind, haben ihren Sinn, wenn sie dem Ganzen dienen. Entscheidend ist, dass man das Ziel nicht aus den Augen verliert: dass der Gast am Ende einen Aufenthalt erlebt, der ihm guttut, und dass die Mitarbeiter in einem Umfeld arbeiten können, in dem Qualität und Zusammenhalt spürbar sind.
Die größte Motivation entsteht für mich aus dem Ergebnis. Wenn Gäste uns bestätigen, dass sie sich wohlfühlen, gut aufgehoben sind und unsere Arbeit wertschätzen, dann gibt das sehr viel zurück. Ebenso wichtig ist die Bestätigung durch die Mitarbeiter – wenn man merkt, dass sie den Weg mitgehen, Verantwortung übernehmen und stolz auf das sind, was hier gemeinsam entsteht.
Diese Rückmeldungen sind für mich keine Selbstverständlichkeit. Sie zeigen, wofür man den Aufwand betreibt. Auch die schwierigen, weniger sichtbaren Aufgaben tragen dazu bei, dass am Ende alles funktioniert. Und genau daraus wächst wieder neue Motivation: aus dem Wissen, dass sich der Einsatz lohnt.
Man muss als Gastgeber nicht jeden Tag von jeder einzelnen Aufgabe begeistert sein. Aber man braucht die innere Haltung, Verantwortung anzunehmen und dranzubleiben. Wenn dann das Ergebnis stimmt – wenn Gäste zufrieden sind, Mitarbeiter mitziehen und das Haus sich weiterentwickelt –, dann ist das die beste Motivation, weiterzumachen.
Mit einem 1.380 qm großen Sport- und Fitnessareal verbinden Sie Wellness mit einem Sportangebot, das in dieser Tiefe selbst für viele klassische Sporthotels ungewöhnlich ist: Höhenkammern, Powerswim, Personal Training, Boxturm, Balance-Training, Präventionskurse, Yoga, Mobility, HIIT, Waldbaden und vieles mehr. Was war Ihre Idee und auch Motivation hinter dieser außergewöhnlichen sportlichen Bandbreite?
Unsere Idee war immer, Wellness ganzheitlich zu verstehen. Erholung bedeutet für mich nicht nur Ruhe, Wärme und Entspannung, sondern auch Bewegung, Kraft und neue Energie. Der Körper möchte nicht nur loslassen, er möchte auch gefordert, gestärkt und in Balance gebracht werden.
Die Motivation dafür kam auch aus vielen Gesprächen mit Gästen. Immer wieder haben wir gehört: Das Wellnessangebot ist außergewöhnlich, aber wenn der Partner sportlich sehr aktiv ist, kommt dieser Bereich vielleicht noch zu kurz. Genau da wollten wir ansetzen. Im Jagdhof soll nicht nur der klassische Wellnessgast auf seine Kosten kommen, sondern auch derjenige, der im Urlaub bewusst trainieren, sich verbessern oder etwas Neues ausprobieren möchte.
Für uns war dabei wichtig, den Sportbereich mit dem gleichen Qualitätsanspruch zu entwickeln wie unsere Wellnesswelt. Nicht einfach ein Fitnessraum mit ein paar Geräten, sondern ein wirklich besonderes Angebot – vielseitig, professionell begleitet und auf unterschiedliche Bedürfnisse ausgerichtet. Vom Personal Training über Präventionskurse, Yoga und Mobility bis hin zu Höhenkammern, Powerswim oder funktionellem Training: Jeder Gast soll die Möglichkeit haben, genau das zu finden, was ihm guttut.
Diese Bandbreite macht den Jagdhof für mich besonders. Sie verbindet Entspannung und Aktivität, Rückzug und Leistung, Regeneration und Herausforderung. Manche Gäste möchten nach dem Training in die Sauna, andere nach dem Spa noch eine Einheit Bewegung. Beides gehört für uns zusammen.
Am Ende geht es auch hier um Individualität. Wir wollen unseren Gästen mehr bieten als das Erwartbare. Wer Ruhe sucht, findet Ruhe. Wer Bewegung sucht, findet ein Sportangebot auf einem Niveau, das man in einem Wellnesshotel nicht selbstverständlich erwartet. Genau dieser Anspruch treibt uns an: Qualität nicht nur in einem Bereich zu leben, sondern in allem, was den Aufenthalt unserer Gäste bereichert.
Viele Menschen sehnen sich heute im Urlaub nicht nur nach Erholung, sondern streben auch nach Selbstoptimierung. Entsteht daraus nicht ein subtiler Druck, selbst während der Auszeit noch „an sich arbeiten“ und „sich verbessern“ zu müssen? Wenn Sie auf Ihre Gäste blicken: Welche Form von Erschöpfung unserer Zeit begegnet Ihnen am häufigsten?
Ich glaube, genau darin liegt eine große Herausforderung unserer Zeit. Viele Menschen kommen nicht nur körperlich erschöpft zu uns, sondern innerlich getrieben. Die Welt ist schneller geworden, der Alltag dichter, die Anforderungen höher. Durch das digitale Zeitalter sind viele ständig erreichbar, ständig informiert, ständig gefordert. Selbst wenn der Körper zur Ruhe kommt, laufen die Gedanken oft weiter.
Deshalb sehe ich Selbstoptimierung im Urlaub mit einer gewissen Vorsicht. Es soll kein zusätzlicher Druck entstehen, auch in der Auszeit noch funktionieren, leisten oder sich verbessern zu müssen. Urlaub darf nicht zu einem weiteren Projekt werden. Für mich geht es vielmehr darum, Menschen dabei zu unterstützen, wieder bewusster mit sich selbst in Verbindung zu kommen.
Natürlich bieten wir im Jagdhof viele Möglichkeiten: Bewegung, Training, Wellness, Ernährung, Prävention, Ruhe. Aber all das soll kein Muss sein. Es ist ein Angebot. Der Gast darf selbst entscheiden, was ihm guttut – ob das ein intensives Training ist, eine Yogaeinheit, ein Saunagang, ein Spaziergang im Wald oder einfach ein Nachmittag ohne besonderen Plan.
Die Form von Erschöpfung, die mir heute am häufigsten begegnet, ist diese permanente innere Anspannung. Viele Menschen kommen kaum noch richtig zur Ruhe. Die Gedanken sind ständig beschäftigt, oft auch dann, wenn eigentlich Zeit für Erholung wäre. Genau hier wollen wir mit unserem Angebot unterstützen: nicht indem wir noch mehr Leistungsdruck erzeugen, sondern indem wir Räume schaffen, in denen Entlastung möglich wird.
Für mich bedeutet die moderne Wellness-Idee deshalb nicht, den Menschen weiter zu optimieren. Es bedeutet, ihm zu helfen, wieder bei sich selbst anzukommen. Bewusst auf den eigenen Körper zu hören. Sich Zeit zu nehmen. Den permanenten Leistungsdruck für einen Moment loszulassen. Wenn ein Gast am Ende sagt, dass er nicht nur entspannt, sondern innerlich ruhiger nach Hause fährt, dann haben wir sehr viel erreicht.
Der Jagdhof zelebriert Kulinarik mit großer Geste: Vital-Frühstück, Light Lunch, Nachmittagssnack, 7-gängige À-la-carte-Abendmenüs, Patisserie, Dessertbuffet. Im Rahmen der Wellness Heaven Awards „Mein schönstes Wellness-Erlebnis“ beschreiben Ihre Gäste auch immer wieder mit großem Enthusiasmus Ihre kulinarischen Glanzleistungen. Welche Rolle spielt Essen in Ihrer Vorstellung von Gastlichkeit? Und was ist Ihnen dabei persönlich am wichtigsten: das Verwöhnen, das Überraschen oder sogar das Gefühl von Heimat?
Kulinarik spielt in meiner Vorstellung von Gastlichkeit eine sehr große Rolle. Essen ist im Jagdhof nicht nur ein Programmpunkt des Tages, sondern ein wesentlicher Teil des Wohlgefühls. Es begleitet den Gast vom ersten Kaffee am Morgen bis zum Dessert am Abend – und schafft Momente, in denen Genuss, Leidenschaft und Aufmerksamkeit zusammenkommen.
Unsere Küchenphilosophie verbindet, wie unser ganzes Haus, Tradition und Moderne. Wir setzen regionale Akzente, bleiben unseren Wurzeln verbunden und schauen zugleich bewusst über den Tellerrand hinaus. In unserer gehobenen Crossover-Küche treffen Heimat und Weltoffenheit, Bodenständigkeit und Raffinesse zusammen. Genau diese Vielfalt macht den Genuss im Jagdhof so besonders.
Für mich ist Kulinarik auch eine Form von Wertschätzung. Wenn ein Gast bei uns den Tag mit einem hochwertigen Frühstück beginnt, nachmittags eine kleine Stärkung findet und am Abend ein mehrgängiges Menü erlebt, dann geht es nicht nur ums Sattwerden. Es geht darum, dem Gast etwas Gutes zu tun – mit Qualität, Leidenschaft, Sorgfalt und dem Anspruch auf echte Handwerkskunst.
Verwöhnen, Überraschen und Heimatgefühl spielen dabei alle eine Rolle. Verwöhnen bedeutet, dem Gast Großzügigkeit zu schenken. Überraschen heißt, kulinarische Momente zu schaffen, die in Erinnerung bleiben. Und Heimat bedeutet, dass trotz aller Kreativität etwas Echtes, Warmes und Vertrautes spürbar bleibt.
Es gibt ein schönes Zitat: „Man muss dem Leib Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Das trifft sehr genau, was Kulinarik für mich im Rahmen eines Wellness-Aufenthalts bedeutet. Erholung entsteht auch über ein gutes Essen, über einen gedeckten Tisch, an dem man sich Zeit nimmt, sich zurücklehnt, miteinander spricht und den Moment bewusst genießt.
Ihre neuen Suiten und Zimmer wirken weniger wie klassische Hotelräume, sondern vielmehr wie eigenständige Rückzugswelten mit privater Loggia, Sonnenterrasse, Infinity-Pool, finnischer Sauna und Outdoor-Whirlpool. Was macht für Sie einen Raum zu einem Ort echten Wohlbefindens? Und reagieren Sie mit diesem Konzept bewusst auf ein neues Reisebedürfnis, nämlich den Wunsch nach mehr Privatheit und einem ganz persönlichen Refugium?
Für mich entsteht echtes Wohlbefinden dort, wo ein Raum nicht nur schön gestaltet ist, sondern dem Gast ein besonderes Gefühl schenkt. Er soll eintreten und spüren: Hier ist an alles gedacht. Hier kann ich loslassen.
Bei den neuen Suiten und Zimmern war uns wichtig, die Qualität und Großzügigkeit des Jagdhofs auch in den privaten Bereich zu bringen. Nicht nur die Wellnesswelt, die Gastronomie oder die öffentlichen Räume sollen besonders sein, sondern auch der ganz persönliche Rückzugsort des Gastes. Eine private Loggia, eine Sonnenterrasse, ein eigener Infinity-Pool, eine finnische Sauna oder ein Outdoor-Whirlpool schaffen genau diese Exklusivität.
Entscheidend ist für mich die Balance aus Komfort, Design und Wertigkeit. Ein Raum darf luxuriös sein, aber nie kühl. Er soll hochwertig ausgestattet sein und zugleich Wärme ausstrahlen – so, wie man auch sein eigenes Zuhause gestalten würde: mit Geschmack, Sorgfalt und Liebe zum Detail.
Ja, wir greifen damit bewusst ein stärker gewordenes Bedürfnis auf. Viele Gäste wünschen sich im Urlaub mehr Privatheit, mehr Freiraum und einen Ort, der ganz ihnen gehört. Im Jagdhof möchten wir genau das ermöglichen: ein persönliches Refugium, in dem man besondere Momente ungestört genießen kann.
Der Jagdhof entwickelt sich kontinuierlich weiter, obwohl das Haus bereits ein außergewöhnlich hohes Niveau erreicht hat. Was ist der Antrieb hinter den aktuellen und geplanten Neuerungen im Wellness- und Saunabereich, der sich bereits auf 6.500 Quadratmeter erstreckt und nun durch neue Rückzugsorte, zusätzliche Wärmebereiche und großzügige Spa-Erweiterungen weiter verfeinert wird? Wie gelingt es Ihnen, die Wünsche Ihrer Gäste zu antizipieren? Und bei Ihrem Ausbau: Wie bewahrt man trotz aller Neuerungen die Seele eines Hauses, seine familiäre und echte Atmosphäre?
Der Antrieb hinter den aktuellen Neuerungen ist, dass der Wellness- und Saunabereich dieselbe Wertigkeit ausstrahlen soll wie der gesamte Jagdhof. Wenn wir im Sport, in der Kulinarik oder in den Suiten einen besonderen Anspruch leben, dann muss dieser Anspruch auch im Spa spürbar sein. Dabei geht es nicht vorrangig darum noch größer zu werden. Es geht darum, den Raum noch feiner, großzügiger und wohltuender zu gestalten.
Gerade im Saunabereich merken wir, wie wichtig Freiraum geworden ist. Gäste möchten nicht nur verschiedene Wärmebereiche erleben, sondern auch Rückzug finden. Sie möchten nach der Sauna einen ruhigen Platz haben, ungestört entspannen, vielleicht für sich sein und nicht das Gefühl haben, Teil eines großen Betriebs zu sein. Neue Rückzugsorte, zusätzliche Wärmebereiche und Spa-Erweiterungen entstehen deshalb aus einem sehr konkreten Wunsch: Jeder Gast soll im Jagdhof seinen persönlichen Lieblingsplatz finden können.
Die Wünsche unserer Gäste antizipieren wir vor allem durch Nähe. Wir hören zu, wir beobachten, wir nehmen Rückmeldungen ernst. Oft sagen Gäste sehr direkt, was sie sich wünschen. Manchmal zeigt es sich aber auch leiser: wo sie sich besonders gerne aufhalten, welche Bereiche stark genutzt werden, wo mehr Ruhe oder mehr Platz guttun würde. Aus dieser täglichen Erfahrung entsteht ein gutes Gespür dafür, was der nächste richtige Schritt ist.
Trotz aller Neuerungen darf der Jagdhof nie seine Seele verlieren. Diese Seele entsteht nicht durch Ausstattung allein, so hochwertig sie auch sein mag. Sie entsteht durch die Menschen, die hier arbeiten. Unser Team haucht dem Haus Leben ein – mit Herzlichkeit, Aufmerksamkeit und echter Gastfreundschaft. Ein neuer Ruheraum kann schön sein. Aber erst wenn ein Gast sich dort willkommen, umsorgt und gut aufgehoben fühlt, wird daraus Jagdhof.
Welche neuen Wellness-Trends sehen Sie in den nächsten Jahren auf die Hotelbranche zukommen?
Ich glaube nicht, dass es in den nächsten Jahren den einen großen neuen Wellness-Trend geben wird. Vielmehr wird sich das Verständnis von Wellness weiter verändern. Es wird weniger darum gehen, immer neue Effekte zu schaffen, sondern stärker darum, was der Erholungssuchende wirklich braucht.
Viele Menschen sehnen sich heute nach Geborgenheit. Sie möchten der Hektik entfliehen, Abstand gewinnen und an einen Ort kommen, an dem sie nicht funktionieren müssen. Wellness bedeutet deshalb für mich künftig noch mehr: zur Ruhe kommen, sich sicher fühlen, Wärme spüren und wieder bei sich selbst ankommen.
Natürlich spielt eine hochwertige Ausstattung weiterhin eine große Rolle. Räume, Wasserwelten, Saunen, Behandlungen, Sport- und Rückzugsangebote sollten auf einem hohen Niveau sein. Aber das allein wird nicht reichen. Entscheidend wird das Zusammenspiel aus Qualität und menschlicher Herzlichkeit. Ein Spa kann noch so großzügig sein – wenn die Atmosphäre nicht stimmt, fehlt das Wesentliche.
Darum schauen wir im Jagdhof weniger auf kurzfristige Trends, sondern stärker darauf, wonach sich unsere Gäste wirklich sehnen: nach Ruhe, Vertrauen, persönlichem Freiraum, echter Aufmerksamkeit und einem Gefühl von Zuhause, ohne dass es alltäglich wird.
Im Jagdhof möchten wir genau diesen Weg weitergehen: Wellness nicht lauter, sondern stimmiger machen. Mit Wertigkeit, Großzügigkeit und Menschen, die dem Gast das Gefühl geben, gut aufgehoben zu sein.
Wenn Sie den Jagdhof nicht über Sterne, Angebote oder Quadratmeter beschreiben dürften: Welches Gefühl sollte ein Gast idealerweise nach einem Besuch bei Ihnen mit nach Hause nehmen? Und was haben Sie durch das Gastgebersein über Menschen gelernt?
Ein Gast soll den Jagdhof mit dem Gefühl verlassen, zur Ruhe gekommen zu sein. Nicht nur erholt im äußeren Sinn, sondern innerlich gelöster, freier, wieder mehr bei sich.
Das ist für mich wertvoller als jede Zahl, jedes Angebot oder jede Auszeichnung. Natürlich müssen Qualität, Komfort und Leistung stimmen. Aber entscheidend ist, was daraus beim Menschen entsteht: ein Gefühl von Geborgenheit, von echter Aufmerksamkeit und von Zeit, die bewusst erlebt wurde.
Durch das Gastgebersein habe ich gelernt, wie unmittelbar Menschen auf Wärme reagieren. Schon der erste Empfang kann viel verändern. Wenn ein Gast nicht einfach ankommt, sondern herzlich willkommen geheißen wird, fällt es ihm leichter, den Alltag hinter sich zu lassen und sich auf den Aufenthalt einzulassen.
Für mich liegt genau darin die besondere Verantwortung der Gastgeberschaft. Wir dürfen Menschen in einer wertvollen Zeit begleiten – in ihrer Erholungszeit. Und wenn ein Gast nach Hause fährt mit dem Gefühl, im Jagdhof nicht nur verwöhnt, sondern wirklich gesehen worden zu sein, dann bleibt mehr als eine schöne Erinnerung.
Welche Bücher haben Sie in Ihrem Leben am stärksten beeindruckt bzw. nachhaltig geprägt?
Wenn ich ehrlich bin, gibt es nicht das eine Buch, das mich besonders geprägt hat. Für mich waren es immer stärker die Begegnungen und Gespräche mit Menschen – im persönlichen genauso wie im geschäftlichen Bereich.
Aus einem guten Gespräch nimmt man oft mehr mit, als man vorher erwartet. Man hört Erfahrungen, Sichtweisen, Einschätzungen, manchmal auch klare Worte, die einem lange im Kopf bleiben. Gerade im Austausch mit Gästen, Mitarbeitern, Unternehmern oder Wegbegleitern habe ich vieles gelernt, das mich geprägt und in meinen Entscheidungen beeinflusst hat.
Bücher können wertvoll sein, keine Frage. Aber mein Weg war immer stärker vom unmittelbaren Austausch geprägt: vom Zuhören, vom Beobachten, vom Gespräch und von den Erfahrungen, die man mit Menschen macht. Das hat mir oft mehr Orientierung gegeben als jede Theorie.
Wenn Sie einem jungen Menschen nur eine einzige Lebenslektion mitgeben dürften, welche wäre das? Wir alle sind auf der Suche nach einem glücklichen und erfüllten Leben. Was bedeutet für Sie persönlich Glück und Erfüllung?
Wenn ich einem jungen Menschen nur eine Lebenslektion mitgeben dürfte, dann wäre es diese: Tu das, was dich wirklich glücklich macht – und suche dir eine Aufgabe, in der du dich bestätigt fühlst.
Das klingt einfach, aber es ist für mich eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein erfülltes Leben. Wenn man etwas tut, das man gerne macht, bekommt die Arbeit eine andere Kraft. Dann ist sie nicht nur Pflicht, sondern etwas, das Sinn gibt. Man ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und auch schwierige Phasen durchzustehen, weil man innerlich weiß, wofür man es tut.
Für mich persönlich bedeutet Glück, dass ich das tun darf, was mich erfüllt – und dass ich dabei Menschen an meiner Seite habe, die diesen Weg mittragen. Die Familie spielt dabei eine große Rolle: Rückhalt zu haben, Vertrauen zu spüren und zu sehen, dass die nächste Generation mit derselben Leidenschaft weitergeht, ist etwas sehr Wertvolles.
Besonders schön ist es, auch die Enkelkinder aufwachsen zu sehen. Das gibt dem, was man aufgebaut hat, noch einmal eine andere Bedeutung. Man spürt, dass Familie nicht nur Rückhalt ist, sondern auch Zukunft.
Daraus entsteht eine tiefe Zufriedenheit – aus dem, wie es war, aus dem, was ist, und aus dem Vertrauen in das, was kommt.
Mindful Moments - Gespräche die berühren
In dem neuen Format im Online Magazin von Wellness Heaven "Mindful Moments – Gespräche, die berühren“ unterhalten wir uns mit Hoteliers, Spa-Experten, Ärzten, Wellness-Consultants und anderen interessanten Persönlichkeiten, die wir während der letzten 20 Jahre auf unseren Wellness Heaven Reisen durch die Welt kennenlernen durften und die uns tief beeindruckt haben. Ihnen allen ist eines gemein: Sie sind auf der Suche nach Wohlbefinden und einem erfüllten Leben für sich und andere. Wir fragen nach Ihren Geheimnissen um Glück, Zufriedenheit und persönlichem Erfolg auf die Spur zu kommen. Außerdem stellen wir neue Trends im Wellnessbereich vor, sprechen aber auch über jahrhundertealte, bewährte Methoden für ein sinn- und freudvolles Leben. Wir diskutieren über die Gedanken großer Philosophen und fragen nach Büchern, die bewegen. Und natürlich nehmen wir Sie immer wieder mit, an ganz besondere Orte, die mit fabelhafter Natur und wachen Ideen für mehr Gesundheit und Begeisterung im Leben sorgen. Wir hoffen, dass die Begegnungen mit diesen Menschen bei Ihnen genauso nachklingen wie bei uns und Sie inspirieren, Ihre eigene Lebensreise so einmalig, selbstbestimmt und erquicklich wie möglich zu gestalten. Bon voyage!
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